Risiken

Jede Operation, auch die kleinste – birgt ein gewisses Restrisiko, das von der Operation selbst, der Narkose oder auch vom Herz-/Kreislaufsystem ausgehen kann. Auch gewisse vorbestehende Krankheiten könnten das Risiko erhöhen. Einige erwähnenswerte Risiken sind hier aufgeführt:

- Risiken während der Anästhesie

Hierzu erhalten Sie von dem für Sie zuständigen Narkosearzt umfassende Informationen. Diese Risiken bestehen bei jeder Operation und sind von vielen Faktoren abhängig (Alter des Patienten, Begleiterkrankungen und Allgemeinzustand.

- Infektionen
 
Diese können oberflächlich an der Wunder oder tiefer um die Prothese entstehen. Sie sind relativ selten (<1%), aber oft schwerwiegend und können frühzeitig oder auch nach Jahren auftreten; sie benötigen eine Antibiotika-Behandlung. Im schlimmsten Fall könnten aber Folgeeingriffe notwendig werden, um den Infekt zu behandeln.

- Spätinfektionen

Auch Jahre nach einem erfolgreichen Gelenksersatz können Bakterien auf dem Blutweg in die Umgebung des künstlichen Gelenks gelangen und zu einer sog. Spätinfektion führen. Aus diesem Grund sollten Sie in folgenden Situationen ein Antibiotikum zu sich nehmen:

  • bei jeder Infektion, speziell im Bereich der Zähne und der Harnorgane
  • bei jeder Operation, die in einer kontaminierten (d.h. mit Bakterien besiedelten) Gegend stattfindet (Mund, Nase, Ohr, Gallenblase, Magen-Darm-Trakt)

Der Arzt oder Zahnarzt sollte Ihnen dieses Antibiotikum verschreiben. Falls Sie Fragen dazu haben, können Sie sich selbstverständlich jederzeit an uns wenden.

- Bluterguss/ Schwellung

Es kann vorkommen, dass nach der Operation ein Bluterguss mit einer Schwellung des ganzen Beines entsteht. Die Einblutung resorbiert sich in der Regel spontan. Trotzdem kann es einmal vorkommen, dass der Bluterguss chirurgisch ausgeräumt werden muss. Die Schwellung klingt im Laufe der nächsten Monate wieder ab und kann durch das Tragen von Stützstrümpfen vermindert werden.

- Verwachsungen und Verkalkungen im Hüftgelenk

Diese können für eine gewisse Einsteifung verantwortlich sein. Gelingt es trotz intensiver Krankengymnastik nicht, die Beweglichkeit zu verbessern, kann in einer kurzen Narkose das Hüftgelenk vorsichtig durchbewegt werden, um die Verwachsungen zu lösen. Durch die moderne Schmerzbehandlung ist dieses Problem selten geworden.

- Thrombose

Das Enstehen eines Blutgerinnsels in den Beinvenen ist ein Problem, das bei allen grösseren Operationen auftreten kann. Durch eine medikamentöse Prophylaxe mit Blutverdünnern, eine schnelle postoperative Mobilisation und das Tragen von Stützstrümpfen sowie andere Massnahmen können die Risiken stark gesenkt werden.

- Lungenembolie

Eine Thrombose kann stumm verlaufen. Falls das Blutgerinnsel die Lungen erreicht, kann eine lebensgefährliche Lungenembolie entstehen.

Weiter können folgende Komplikationen auftreten: Verletzungen von Nerven- und Blutgefässen, Knochenbrüche, Kalkeinlagerungen in der Muskulatur, Luxation bzw. Lockerung des neuen Gelenkes oder Probleme bei der Wundheilung.

Kein Chirurg wird eine Erfolgsgarantie abgeben können. Durch eine adäquate Prophylaxe wird jedoch eine Reduktion der Gefahren auf ein Minimum möglich. Auch werden Sie vor der Operation noch einmal gründlich untersucht, um allenfalls vorbestehende Krankheiten erkennen und optimal behandeln zu können.